Dominik Sonndag, Abteilungsleiter Kommunikation beim Landessportbund Rheinland-Pfalz, blickt auf die vergangenen zwei Jahre zurück und geht dabei auch auf überraschende Entwicklungen ein.
Dominik, welche drei Entwicklungen oder Erfolge waren für deinen Bereich besonders wichtig?
Dominik Sonndag Abteilungsleiter Kommunikation
Da bleibt natürlich das Jubiläumsjahr 2025 in guter Erinnerung. Wir haben nicht nur eine große Veranstaltung gefeiert, einen großen Festakt organisiert zum 75-jährigen Jubiläum mit 500 Gästen, sondern eben schon in 2024 mit den Planungen begonnen und dazu ein Corporate Design entwickelt, das uns das ganze Jahr begleitet hat. Am Ende haben wir die Werbematerialien, die da entstanden sind, dann auch nicht einfach nur in diesem Jahr verwendet, sondern Fahnen, Rollups, Banner usw. wieder eingesammelt, nicht weggeworfen und dazu dann recycelte Werbemittel erstellt, die jetzt tatsächlich auch beim LSB wieder angekommen sind und verwendet werden können. Zweiter Höhepunkt war im Rahmen der 75-Jahr-Feier die Gründung der Hall of Fame. Da haben wir die ersten sieben Athlet*innen posthum und auch noch live vor Ort als Mitglied dieser Ruhmeshalle aufgenommen, um die sportlichen Leistungen aus der Vergangenheit auch noch mehr zu würdigen. Und wenn wir dann noch auf den dritten Erfolg gehen, ist die Sportpolitik zu nennen. Wir haben Landtagswahlen hinter uns und erstmals keine Wahlprüfsteine, sondern Wahlarenen durchgeführt. Der Großteil der Forderungen, die wir schon im Juni 2024 aufgestellt haben, hat tatsächlich den Weg gefunden in den schwarz-roten Koalitionsvertrag. Jetzt geht es darum, die Zusammenarbeit mit der Staatskanzlei an der Stelle zu stärken, wo wir jetzt vom Innenministerium aus hingezogen sind. Das alles war aber auch nur möglich, weil der organisierte Sport, der Landessportbund und die regionalen Sportbünde Rheinhessen, Rheinland und Pfalz, ganz eng zusammengearbeitet und wirklich an einem Strang gezogen, sich untergehakt und geguckt haben, dass man gemeinsame Wahlarenen und gemeinsame Wahlforderungen gestaltet. Das ist also ein großer Punkt. Gemeinsam haben wir da einen Riesenjob gemacht, alle Mann in den Kommunikationsabteilungen, in den Sportbünden, aber auch darüber hinaus - und hoffen jetzt, dass wir durch die Nähe zur Spitze in der Staatskanzlei eine Weiterentwicklung für den Sport bekommen können.
Einzelne Maßnahmen, wie zum Beispiel die Sportpolitik, die Vereine und Verbände ja auch betreffen, hast du schon angesprochen, aber von welchen anderen konkreten Maßnahmen haben Vereine und Verbände am stärksten profitiert?
Aus einer Pressemeldung oder aus einem Bericht in Sport Rheinland-Pfalz profitiert jetzt nicht direkt ein Verein, auch wenn wir in Sport Rheinland-Pfalz eine Rubrik installiert haben, die Förderungen bedient, wo die Vereinsvertreter*innen regelmäßig sehen können, was für Förderungen gibt es im rheinland-pfälzischen Sport und darüber hinaus. Aber wo ich den größten Profit für die Sportvereine sehe, ist die sportpolitische Arbeit. Wenn wir es schaffen, die Fachverbände und die Vereine auch hinter die Forderungen zu bringen, die wir als Sportbünde und LSB aufgestellt haben, dann haben wir, glaube ich, einen Mehrwert und erreichen damit auch ein politisches Echo in dem Sinne, dass unsere Forderungen ankommen und am Ende auch zu steigenden Förderungen führen.
Welche Herausforderungen haben dich und die Kommunikation besonders beschäftigt? Und wie habt ihr aus diesen Herausforderungen einen Erfolg gemacht?
2024 sind wir gemeinsam mit dem Sportbund Rheinland den Weg gegangen und haben unserem Verbandsmagazin SportInForm einen Relaunch, ein Facelift verpasst. Wir haben das Magazin eigentlich komplett neu gestaltet und hatten gerade in den Anfangszeiten des Magazins personelle Wechsel auf einer Stelle innerhalb kürzester Zeit. Nichtsdestotrotz haben wir das neue Magazin an den Start gebracht. Die Rückmeldungen zu den Topthemen zeigen uns da mittlerweile auch, dass gerade diese Tiefe und diese Vielfalt, die vielen Facetten, die wir da immer abbilden in den einzelnen Themen, der richtige Weg waren, dass wir jetzt absolut mehr Tiefe reinbringen und das mit dem Team in Mainz und aber auch mit dem Sportbund Rheinland abgefangen haben. Eine andere Herausforderung war es, wegzukommen von der blätterbaren PDF. die man als Digitalvariante im Magazin immer bedient hat. Und hier haben wir jetzt wirklich einen Schritt gemacht, dass wir ein echtes digitales Magazin haben, bei dem wir Audio- und Videodateien und Bildergalerien, also wirklich exklusive Extras an die Leser*innen weitergeben, die so im in der Printvariante nicht zu lesen sind.
Welche Entwicklungen haben dich selbst überrascht?
Auch da nenne ich wieder die Sportpolitik. Der Erfolg der Wahlarenen war so vielleicht nicht zu erwarten. Natürlich hat man am Anfang irgendwelche Hoffnungen da reingesteckt und gesagt, das ist der richtige Weg, dass man die Politik, die Parteien frühzeitig trifft. Wir waren in den Wahlprogrammen vielfältig drin und haben auch das Ziel erreicht, dass im Koalitionsvertrag eine ganze Menge drin steht von unseren Forderungen. Man hat uns zum ersten Mal als Wahlkampfteilnehmer wahrgenommen und am Ende auch ernster genommen. Also ich glaube, der Sport wurde noch nie so ernst genommen von den Spitzenpolitikern. Dass wir bei der letzten Wahlarena vier von fünf Spitzenkandidaten in der Talkrunde auf der Bühne sitzen hatten, war nicht zu erwarten gewesen. Jetzt gilt es zu schauen, dass wir diese Arbeit weitermachen und dann der Politik auch ganz klar machen: der Sport ist nicht nur gesellschaftspolitisch oder gesellschaftlich relevant, sondern am Ende wirklich auch in der Lage, 1,457 Millionen Mitgliedschaften laut aktueller Bestandsmeldung in Wählerstimmen umwandeln zu können. Und das ist dann der Punkt, den die Politik vielleicht schon verstanden hat - oder in den nächsten fünf Jahren kennenlernen wird oder verstehen muss.
Politik ist das Stichwort. Wo siehst du aktuell den größten Handlungsbedarf für die Kommunikation und welche Unterstützung wünschst du dir?
Die politische Arbeit ist das, wo man die Unterstützung braucht. Wir können aus der Kommunikationsabteilung des LSB sehr gute PR machen, aber mit den Sportbünden zusammen geht es noch besser. Am Ende hilft jedoch nur, dass die persönlichen Beziehungen auch zwischen Sport und Politik besser sind oder besser werden, als sie vielleicht zuletzt waren, auch wenn sie nicht schlecht waren. Wir haben immer gemerkt, da müsste eigentlich mehr gehen und jetzt mit dem Neustart geht es drum, Beziehungen aufzubauen, Beziehungen auch zu pflegen, um in einen direkten Austausch zu kommen darüber, wie eine bessere Ausstattung des Sports aussieht. Und man muss sich eben klar sein, dass es mit den Wahlarenen, dass es mit dem Koalitionsvertrag eben nicht getan ist, sondern dass wir fünf Jahre Legislaturperiode vor uns haben und da immer dranbleiben müssen, damit am Ende eine bessere Sportinfrastruktur, eine Förderung von Übungsleiter*innen oder von Trainern, der Abbau von Bürokratie für die Sportvereine steht. Herausfordernd ist auch das Thema digitale Kommunikation. Wir haben ein Umfeld, das immer breiter und vielfältiger wird. Am Ende ist immer die Frage: Welche Kanäle nutzen wir? Wo müssen wir aktiv sein? Wir kennen alle die sozialen Netzwerke. Aber wie viele Newsletter brauchen wir? Brauchen wir einen Podcast zum Magazin Sport Rheinland-Pfalz? Brauchen wir für eine Sportjugend oder für einen anderen Themeninhalt TikTok oder andere Kanäle, die vielleicht in den nächsten Jahren erst kommen, die jetzt noch gar nicht bekannt sind? Und auch die Weiterentwicklung unseres Magazins in der Digitalvariante ist so ein Punkt, da müssen wir gucken, dass wir dran bleiben und immer den Markt "beobachten" und schauen, was da im Umfeld passiert, um nichts zu verpassen, sich auf der anderen Seite aber auch nicht zu verzetteln.
Wenn wir uns in zwei Jahren wieder treffen zum nächsten Bericht, welche Ziele, welche Projekte sind angestoßen, welche sind vielleicht schon abgeschlossen, wo siehst du die Kommunikation in zwei Jahren?
Die Hall of Fame soll auch für die nächsten 75 Jahre etwas sein, das sich weiterentwickelt. Ich würde mich freuen, wenn sich diese Ruhmeshalle des rheinland-pfälzischen Sports so entwickelt, dass jedes Jahr ein, zwei neue Mitglieder dazu kommen. Ansonsten hoffe ich, dass aus dieser sportpolitischen Arbeit sichtbare Ergebnisse entstehen. Stichwort Radsporthalle in Kaiserslautern: Gibt es vielleicht doch irgendwann mal ein Bauantrag dazu? Gibt es einen Bauantrag für die geplante Großsporthalle in Mainz? Oder passieren mit Blick auf das 50-Meter-Schwimmbecken in einem Hallenbad in Rheinland-Pfalz zumindest mal erste Schritte in einer Planung? Es würde mich freuen, wenn wir da in den nächsten zwei Jahren Fortschritte sehen. Ansonsten versuche ich, über alle Netzwerke und eigene Beziehungen gemeinsam mit dem starken und motivierten Team in der Kommunikation alles dafür zu tun, dass da Ergebnisse erscheinen können.
Ehre für sportliche Höchstleistungen
Die Hall of Fame des Landessportbundes würdigt ehemalige rheinland-pfälzische Sportler*innen, die sich durch herausragende Leistungen, langjähriges Engagement oder besondere Verdienste um den Sport verdient gemacht haben.